Portugal - wo das Land endet und das Meer beginnt

Portugal, die Schönheit steckt bereits im Namen (von Kalles = schön). Gelegen im Südwesten der iberischen Halbinsel, wird Portugal im Westen und Süden vom Atlantischen Ozean umrahmt. Im Norden und Osten grenzt es an Spanien. Auch die Azoren und Madeira zählen zu Portugal.

Bewegte Geschichte

Seine Hauptstadt Lissabon, die Stadt am Tejo, ist eine der ältesten Städte Europas. Bereits 48 v. Chr. wurde sie unter den Römern freie Stadt, im Jahr 714 von den Arabern besetzt und 1147 vom ersten König Portugals, Don Alfonso Henriques, erobert.

Im 15. und 16. Jahrhundert war Lissabon als Tor zur Welt Ausgangspunkt zahlreicher Entdeckungsreisen. Ihre Blütezeit erlebte Lissabons im 16. Jahrhundert unter König Manuel I. In dieser Zeit wurde der so genannte manuelinische Stil entwickelt, eine aufregende Architektur, die man nirgendwo in der Welt findet.
Lissabon ist reich an Baudenkmälern, welche die bewegte Geschichte widerspiegeln: das Kloster Jerónimos, der Turm von Belém, das Denkmal der Entdeckungen und eine Huldigung an das Zeitalter der großen Seefahrer, der Platz Comércio, die Burg Sáo Jorge und die gesamte Baixa Pombalina.

Ein Land der schönen Tugenden

Die meisten Einwohner Portugals sind Anhänger des römisch-katholischen Glaubens und katholische Traditionen haben das Leben der Menschen stark geprägt.
Von alters her werden in Portugal gute Tugenden gepflegt:
Geduld und Bescheidenheit, Nachsicht und Verständnis, Großzügigkeit und Gastfreundschaft, Zurückhaltung und Feingefühl, Heiterkeit und stille Besinnung.

In Portugal denkt man so human, dass bereits 1867 die Todesstrafe abgeschafft wurde.

Die Portugiesen mögen es nicht, als eine Art Spanier gesehen zu werden, auch wenn sie manches mit dem Nachbarvolk gemein haben. Den Stolz, beispielsweise. Und die Scheu, sich lächerlich zu machen; dazu die Furcht, die Ehre könne einen Fleck bekommen. Faszinierend ist, dass sich der Stolz in Portugal mit einer ungekünstelten Bescheidenheit paart. Auch der ausgeprägte Individualismus ist beiden Völkern gemeinsam. Wie der Spanier betrachtet sich auch der Portugiese als Herr. Meist hat er damit Recht. Er ist einer.

Und die Portugiesinnen? Noch vor einigen Jahren galt in Portugal als selbstverständlich, dass es vor allem auf die Männer ankommt. Das hat sich überraschend schnell geändert: An vielen wichtigen Plätzen, auch in verantwortlichen Stellen, trifft man nun Damen.

Essen und Trinken

Die portugiesische Küche ist sehr variationsreich. Die Hauptprodukte zur Ernährung sind in Portugal Fisch, Gemüse und Obst. Eines der Nationalgerichte ist "Bacalhau". Dahinter verbirgt sich getrockneter Kabeljau, den man meistens mit Kartoffeln und frischem Gemüse, manchmal auch mit Kichererbsen isst. Der klassische portugiesische Salat besteht aus dunkelgrünem Kopfsalat, Tomaten, Zwiebeln, Essig, Olivenöl und Salz. Auch Hühnerfleisch kommt in vielen verschiedenen Variationen auf den Tisch. Frango na púcara bezeichnet ein im Topf gekochtes Huhn. Weitere gern verzehrte Fleischsorten sind Schwein, Rebhuhn, Wachtel und Kaninchen.

Das portugiesische Frühstück ist leicht. Das Mittagessen findet meistens etwa um 13.00 Uhr, das Abendessen zwischen 20.00 und 21.00 Uhr statt. Bica ist ein starker, an Espresso erinnernder Kaffee, den es oft nach einer Mahlzeit gibt. Dieser Kaffee trägt in manchen Regionen des Nordens die Bezeichnung Cimbalino.

Die Umgangsformen

Die Umgangsformen in Portugal sind typisch europäisch. Man begrüßt sich mit einem kräftigen Händedruck. Unter Freunden ist es verbreitet, sich zu umarmen, und Verwandte oder gute Freundinnen berühren sich oft mit den Wangen. Bei der Anrede legen die Portugiesen wert auf den Titel. Normalerweise wendet man sich mit dem entsprechenden Titel und dem Nachnamen an sein Gegenüber, z. B. Senor Dr. Luis.

Bei geschäftlichen Treffen werden unmittelbar nach dem "handshake" die Visitenkarten ausgetauscht. Sie sollten stets genügend Visitenkarten bei sich tragen. In Portugal freut man sich über kleine Aufmerksamkeiten zur Begrüßung, wie zum Beispiel einen schönen Kugelschreiber, praktische Dinge für das Büro oder einen erlesenen Wein.

Die meisten Portugiesen sprechen Englisch. Es kommt jedoch immer gut an, ein paar Wörter auf Portugiesisch zu beherrschen, um das Eis zu brechen. Auf Spanisch wird der Portugiese dagegen ungern angesprochen. Häufige Begrüßungsfloskeln sind etwa Bom dia ("Guten Tag") und Boa noite ("Guten Abend").

Auch bei der Businesskleidung gelten europäische Standards. Für offizielle Meetings sind Anzüge sowohl für den Herrn als auch für die Dame angebracht. Für die Vereinbarung von geschäftlichen Terminen sollten Sie drei bis vier Wochen Vorlaufzeit einplanen. Als ungünstige Zeitpunkte sind die Monate Juli und August anzusehen und die Zeiten rund um die gesetzlichen Feiertage.

Feste und Traditionen

Zu den traditionellen Feiertagen der Portugiesen gehören der Fastnachtsdienstag (der Tag vor Aschermittwoch), der Karfreitag, der Ostersonntag und der Tag der Arbeit am 1. Mai. Der Tag der Freiheit am 25. April erinnert an die Nelkenrevolution von 1974.
Seit dem Mittelalter ist Fronleichnam im Mai oder Juni einer der bedeutendsten religiösen Feiertage des Landes.
Portugiesischer Nationalfeiertag (10. Juni) ist der Todestag des 1524 geborenen Dichters Luis de Camões. Am Tag Johannes des Täufers am 24. Juni finden im ganzen Land Umzüge, Aufführungen, Stierkämpfe und Feuerwerke statt. Infobox:

Fläche

92.345 qkm

Einwohnerzahl

10.954.870 (Dezember 2006)

Hauptstadt

Lissabon

Staatsform

Parlamentarische Demokratie

Verwaltungsstruktur

5 Regionen, 18 Distrikte und die zwei autonomen Regionen Azoren und Madeira

Amtssprache

Portugiesisch

Währung

Euro

Mitgliedschaft

EU, Europarat, NATO, OECD, WTO

Wirtschaft

Seit dem Beitritt zur EG im Jahre 1986 hat sich Portugal mehr und mehr zu einer diversifizierten, vor allem auf Dienstleistungen ausgerichteten Ökonomie entwickelt. Dienstleistungen sind mittlerweile für etwa zwei Drittel des Bruttoinlandproduktes verantwortlich. Wie auch in anderen Staaten Europas wurden in den letzten Jahren weitreichende Privatisierungen durchgeführt und die Staatsausgaben reduziert. Im Jahre 1998 hat sich Portugal für den Beitritt zur Europäischen Währungsunion qualifiziert.

Portugal besitzt bedeutende Rohstoffvorkommen, darunter Kohle, Kupfer, Zinn, Gold, Eisenerze wie Pyrit und Chalcopyrit, Tonminerale wie Kaolinit sowie Wolframit und Uraninit. Portugal gehört zu den weltführenden Nationen in der Wolfram- und Uranproduktion.

Als Hindernis für ein stärkeres Wachstum von Produktivität und Beschäftigung in Portugal werden vor allem strukturelle Probleme gesehen. Das Bildungssystem gilt nach wie vor als schlecht, mit einer hohen Analphabetismusrate. Auch die teils schlechte Infrastruktur und die ineffiziente Verwaltung behindern die Entwicklung. Aus diesem Grund gerät Portugal immer mehr in einen Wettbewerb mit Niedriglohnländern aus Mittel- und Osteuropa, Asien und Nordafrika.

Klima

Das Klima Portugals ist weitgehend abhängig von der Höhe der jeweiligen Region. Hohe Temperaturen herrschen vor allem im mediterran geprägten Süden vor. Nördlich des Douro beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur etwa 10° C, zwischen Tejo und Douro 15,6° C und im Tal des Guadiana 18,3° C. Hohe Niederschlagsmengen sind im Nordwesten des Landes zu verzeichnen. Grund hierfür sind die Steigungsregen an den Gebirgsrändern mit durchschnittlich etwa 1.500 bis 3.000 mm im Jahr. Der östliche, im Regenschatten liegende Landesteil erhält dagegen nur 500 bis 1.000 mm. Im Süden fallen meistens unter 400 mm Regen.

Nationalfeiertag:

10. Juni "Dia de Portugal"


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